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Die K2 auf Entdeckungstour

Eine Reise, die ist lustig, eine Reise, die ist schön … 

Die K2 durfte dies nach langer Corona-Pause endlich wieder hautnah erleben. Gemeinsam mit ihren Tutoren und Geografie- sowie Gemeinschaftskundelehrern, Herr Aslan und Herr Leiner, gingen sie auf Entdeckungstour in Baden-Württemberg. Was sie dort alles erlebt und gelernt haben? Die KvD hat nachgefragt!
 

Herr Leiner, wo ging denn die Reise für die K2 hin und was haben die Schüler*innen dort so erlebt? 

 
„Ok, ich fang einfach mal an, oder? – Für die Exkursion in die Schwäbische Alb mieteten wir uns zwei große Neunsitzer. Herr Aslan, 16 Schüler und Schülerinnen und ich sind von Mannheim aus für zwei Tage in das Karstgebiet der Schwäbischen Alb gereist. Unser erster Stopp am Morgen waren die Wasserfälle von Bad Urach. Wir wanderten bei Sonnenschein zu den Wasserfällen und schauten uns ausgiebig die Versickerung an. Unser nächster Stopp war dann die Tiefenhöhle von Laichingen. Über Stahlleitern ging es dort mehr als 50m tief in Schächte und ein weitverzweigtes Labyrinth verschiedener Höhlen-Stockwerke. Gegen 15 Uhr kamen wir an der blauen Hütte an – unsere Selbstversorgerhütte, in der wir die Nacht auch verbrachten. Dort kochten wir schnell etwas und gingen dann weiter nach Blaubeuren. Wir besuchten das Urzeitmuseum. Ausgestellt waren die ältesten bekannten Musikinstrumente: 40000 Jahre alte Flöten aus Knochen und Mammut-Stoßzähnen. Wir konnten auch verschiedene Fruchtbarkeitsgöttinnen und andere Funde aus der Eiszeit und den Eiszeithöhlen bestaunen, wie z.B. die Schnitzereider Löwenmenschen. Von dort aus liefen wir über das Kloster Blaubeuren zum Blautopf. Zur Freude der Schülerinnen und Schüler war der Blautopf tatsächlich so blau, wie er auf den Postkarten aussah. Der Blautopf ist eine Karstquelle und war vor Tausenden von Jahren wohl auch mit dem Höhlensystem in Laichingen verbunden. Nach der Besichtigung der Altstadt von Blaubeuren gingen wir wieder zurück in unser Selbstversorgerhaus und verbrachten den Abend kochend und spielend. 

Am nächsten Tag gingen wir jetzt schon, trotz einiger schlafloser Schüler, um 8 Uhr morgens weiter zur Friedrichshöhle, oder auch Wimsener Höhle genannt. Es ist die einzige Höhle Deutschlands, in die man nur mit einem Boot hineinfahren kann. Wir tauchten in diese Unterwasserwelt mit einem Kahn ein und waren auch hier von dem tiefblauen Wasser beeindruckt. Danach wanderten wir noch in das oberhalb der Höhle gelegene Glastal und schauten uns dort die „canyon“-artige Talbildung im Kalkfelsen an. Unser nächster Stopp war dann die Nebelhöhle, eine der ältesten Schauhöhlen Deutschlands, in der sich der Legende nach auch der Herzog von Württemberg verbergen musste, um nicht von den Städtebünden gefangen genommen zu werden. Beeindruckend war die farbige Beleuchtung der wunderschönen Tropfsteine sowie auch ein abgesägter wie ein Baumstumpf mit Jahresringen anmutender Stalagmit. Von der Nebelhöhle aus ging es zu Fuß über Wiesen der Schwäbischen Alb zum Berger Loch, einer tiefen Einsturzdoline. Den Schlusspunkt unserer Exkursion stellte dann unser Besuch von Schloss Lichtenberg dar. Von dort aus ging es zurück zur Schule und abends um 8 Uhr putzen wir noch die Mietwagen und brachten sie zurück.  

Am Montag folgte dann eine erneute Exkursion – diesmal war es ein mehrtägiger Aufenthalt im 
Odenwald. Auch dort waren wir wieder in einem schönen Selbstversorgerhaus mit Tischkicker, Billardtisch und Tischtennisplatte. Am ersten Tag wanderten wir tapfer trotz schlechten Wetters zum Odenwald Limes und besuchten die Überreste eines Kastells samt den Ruinen des, dem Kastell vorgelagerten, Römer Bades. Am nächsten Tag wanderten wir durch den schönen Odenwald zum Eulbacher Landschaftsgarten. Es ist der älteste archäologische Garten Deutschlands. Die Grafen von Erbach ließen dort ihre Funde, die sie entlang des Odenwald Limes im 18. Jahrhundert entdeckten, aufbauen und verbanden diesen archäologischen Garten mit einem Wildtiergehege und anderen Gartenelementen. Das Besondere an diesen Garten ist, dass er inmitten eines riesigen Waldgebietes steht, ohne eine benachbarte Siedlung. Nur das Jagdschloss der Grafen stand dort. Wir wanderten tapfer wieder zurück und machten am Abend noch ein schönes Lagerfeuer und Gruppen- und Theaterspiele. Aufgeräumt, geputzt und auch alles andere wurde natürlich gemeinschaftlich erledigt. Am nächsten Tag besuchten wir das Schloss Erbach und die gräfliche Sammlung. Die Grafen von Erbach waren große Sammler der antiken Schätze und hatten ganz im Geiste der Zeit ein naturwissenschaftliches Interesse. Beeindruckend waren vor allem die Geweih- und die Waffensammlung des Grafen. Bei den Geweihen handelt es sich um Hirschgeweihe.  

Später besuchten wir noch das Elfenbeinmuseum. Erbach war jahrhundertelang das deutsche Zentrum der Elfenbeinkunst, der Elfenbeinschnitzerei. Das heutige Elfenbeinmuseum ist aber leider eine Enttäuschung im Vergleich zu dem wirklich tollen Elfenbeinmuseum, das es noch vor ein paar Jahren in Eberbach gab. Nach unserem Aufenthalt in Eberbach fuhren wir weiter nach Michelstadt und besuchten dort die Einhardsbasilika. Einhard war der Chronist Karls des Großen und die Einhardsbasilika ist die jüngste Basilika nördlich der Alpen. Nach einem Abstecher in die Michelstädter Altstadt ging es dann zurück zu unserem Selbstversorgerhaus, wo wir wieder einen schönen gemeinsamen Abend am Lagerfeuer hatten. Den nächsten Morgen verbrachten wir mit Putzen und Aufräumen und dann ging es auch schon wieder nach einer Abschlussrunde nach Hause nach Mannheim.“ 

Herr Leiner war mit seinen Ausführungen gar nicht zu stoppen – eine wirkliche spannende Reise in die geologische und geschichtliche Vergangenheit Baden-Württembergs. Die offensichtlich nicht nur den Schüler*innen der K2 viel Freude und Lehrreiches gebracht hat 😉  

 Vielen Dank für Ihre ausführliche Schilderung, Herr Leiner! 

Text: Wi, Bild: Ln

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